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Computer-Nostalgie
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AIM 65 von Rockwell
Computer im Holzgehäuse

Speichererweiterung in Fädeltechnik

AIM 65 Erweiterung
mit Peripheriebausteinene
Mein erster Computer - AIM 65 von Rockwell
Der erste Computer den ich im Jahre 1982 erwarb, kostete damals 1400DM.
Er bestand
aus einer Platine mit dem 8-Bit Prozessor 6502, einem Thermodrucker
sowie einem einzeiligen Display. Mitgeliefert wurde eine umfangreiche
Dokumentation die aus einem großen Schaltplan und mehreren
Handbüchern bestand. Alles natürlich in englischer
Sprache.
Die Taktfrequenz des 8-Bit Prozessors betrug 1MHz. Dazu
gehörte noch eine ASCII Tastatur, alles ohne Gehäuse
und Netzteil. Sein Arbeitsspeicher hatte im Lieferzustand 4Kbyte RAM.
Das Betriebssystem war in einem EPROM untergebracht und
verfügte über einen Assembler und Disassembler im
16KByte-Eprom.
Vorteil: Nach dem Einschalten war der Rechner sofort startbereit.
Als Anzeige
stand ein 20 stelliges LED-Display zur Verfügung.
Die Platine verfügte über eine serielelle, 20mA, 8
Bit-TTY
Schnittstelle zum Anschluss eines Druckers bzw. eines Fernschreibers.
Über weitere eine Schnittstelle konnte ein Cassettenrecorder
als
Datenspeicher bzw. Programmspeicher angeschlossen werden.
Ein Umschalter gestattete das Ausführen der Programmbefehle im
Step- Modus. So konnte jede Befehlsausfürung oder Sprungbefehl
besser verfolgt werden um Progrmmierfehlern auf die Spur zu kommen.
Ein universeller programmierbarer Ein-Ausgabebaustein vom Typ 6520
stand zur Ansteuerung von 16 Peripheriebausteinen mit 5V TTL Gattern
zur Verfügung. Zusätzlich hatte dieser Baustein noch
vier programmierbare Timer.
Über diesen Baustein ließen sich EPROM Brenner oder
Relais ansteuern um damit Steuerungsaufgaben zu erledigen.
Ein Gehäuse aus Holz wurde gebaut. Später folgte der
Einbau einer Stromversorgung
und diverse Erweiterungen in ein 19 Zoll Gehäuse.
Erweiterungen
baute ich
auf Lochrasterplatinen und die Verdrahtung erfolgte in
Fädeltechnik mit
Kupferlackdraht.Der erste Betrieb wurde an einem Labornetzteil
vollzogen.
Ausgiebiges Studium der
englischsprachigen Handbücher folgten. Nach und nach erlernte
ich dabei
die Maschinensprache mit dem Befehlssatz des 6502 kennen.
Programmlistings wurden zunächst auf dem Thermodrucker
ausgedruckt und mußten vor der Sonne geschützt
aufbewahrt werden.
Der Selbstbau von Erweiterungen des Speichers und eines EPROM- Brenners
folgten. Assembler-Rom, Basic, FORTH erhielt ich als Raubkopie von
einem Freund und wurden nun kopiert und
ausprobiert.
Die Ansteuerung eines unglaublich lauten Postfernschreibers
als Drucker ermöglichte dann die Programmdokumentation.
Hierzu war allerdings das umsetzen des 8 Bit Codes in den für
deutsche Fernschreiber übliche 5Bit-Baudot Code notwendig.
Dieses erledigte ein kleines Maschinenprogramm. Ein
Kassettenrecorder diente mir als Programmspeicher.
Kleine Steuerungsprogramme wie zum Beispiel die Ansteuerung
einer "Entwicklungsmaschine" für die Dunkelkammer
wurden programmiert und
ausprobiert. Grundlagen für das Verständnis der
späteren SPS Technik wurden so
erlernt. Die Verwendung von GW- Basic ermöglichte dann erste
komplexere
Programme.
Der AIM 65 diente mir später als Entwicklungssystem
für den
Einplatinencomputer EMUF. Dieser war ein kleines Steuerungssystem zum
experimentieren auf Basis eines 6504 Prozessors auf einer Europakarte.
Die Firma Siemens vertrieb später den AIM 65 unter dem Namen
PC
100 in einem schicken Gehäuse. Etliche
Programmveröffentlichungen begleiteten den Rechner in den
Firmenschriften von Siemens.
Es war die Zeit in der für jeden Rechner eigene Betriebsysteme
existierten. Programme waren somit nicht portierbar und waren an der
Hardware des jeweiligen Rechnes gebunden. Die Zeit schritt voran, erste
"richtige" Betreibssysteme etablierten sich...... CP/M, DOS ...
Meinen AIM65 im Selbstbau-Eichenholzgehäuse besitze ich noch
heute.