Antenne und Erde
Die Wahl der Antenne
Für die Empfangsantenne eines Detektorempfängers
gilt: je höher und je länger desto besser der Empfang.
Letztlich aber entscheiden die Möglichkeiten die der Erbauer
der
Antenne vorfindet. Nicht jeder hat die Möglichkeit eine
Langdrahtantenne von 25m auf seinem Haus- oder Grundstück
aufzubauen. Es ist zu überlegen, ob auch andere
Möglichkeiten
wie z. Beispiel eine Rahmenantenne zum Ziele führen. Hierzu
gibt
es im Netz zahlreiche Bauvorschläge.
Langdrahtantenne
Meine Antenne besteht aus einem 30m
langen, isoliertem
Schaltlitzendraht. Diese Litze wird als H07VK 1,5mm² im
Elektrofachhandel in allen möglichen Farben und Querschnitten
verkauft. Mit seiner rot-weissen Isolierung ist er auch
für Vögel gut sichtbar.
Von einem 6m hohen Mast habe ich die Antenne zu einem 12m hohen Baum in
meinem Garten gespannt. Die Befestigung habe ich über den
gleichen
Draht vorgenommen aus dem auch die Antenne besteht. Zwischen
Antenndraht und Befestigungsdraht befinden sich selbstgebaute
Isolatoren aus Polystyrol. Die Ableitung zum Empfangsgerät
habe ich am Ende
des
Antenndrahtes aufgeklemmt und zum Haus durch eine
Mauerdurchführung geführt.
Fehlt die notwendige Länge der Antenne, so kann man auch einen
zweiten Antenndraht 30cm parallel zu dem ersten voneinander
über
einen Isolierstab getrennt, führen.
Langdrahtantenne oben / Flat-Top- Antenne -unten
Erdleitung

Erdungsmöglichkeit für
Detektorempfänger
Überspannungs-Gasableiter
Schutz der Antenne vor Überspannung
Als Betriebserde für den Detektorempfänger benutze
ich den
Schutzleiter der Erdungsanlage der Energieverteilung. Das gesamte Haus
ist mit einem Fundamenterder ausgestattet. Dieses verzinkte Bandeisen
ist auf eine Potentialausgleichsschiene im Hausanschlussraum geklemmt.
Alle wesentlichen Metallrohre wie Trinkwasserleitung, Gasleitung,
Heizungsrohre, Antennenmasthalterungen und metallische
Türzargen
des Hauses sind ebenfalls auf diese Schiene geklemmt. Von hier aus ist
auch der Schutzleiter des Fehlerstromschutzschalters aufgeklemmt.
Die Erdleitung für unseren Empfänger sollte
möglich auf kurzem Wege
zum Erdungspunkt geführt sein. Dieser kann auch der Erdungspunkt des Blitzschutzes sein.
Die Erdung für den Blitzschutz sollte über ein Kabel mit
Mindesquerschnit 16mm² möglichst direkt zur Erde
(Erdspieß) führen.
Es gibt also zwei Arten von Erdungen,
deren Anforderungen sich durchaus unterscheiden: von der Funktionserde
wird ein HF-mäßig guter Kontakt zur Erde gefordert, von der
Blitzschutzerde ein gutes Ableitvermögen für hohe Ströme ohne
Brandgefahr.
Überspannungsschutz
Um bei Gewittern und Wetterlagen mit hoher statischer Aufladung der
Luft, Überspannung auf der Antenne zu verhindern, habe ich
meine
Antenne mit einem Überspannungsschutz versehen. Überspannung
auf der Antenne kann nicht nur die Empfangsgeräte
zerstören,
sondern kann auch durch zündfähige Funken zu
Bränden führen.
Der Überspannungsschutz besteht aus einem Gasableitern
der mit der
Erdleitung verbunden sind. Die Gasableiter führen
bei Überspannung und Erreichen der Zündspannung die
Spannung durch Krzschluss zwischen den Elektroden gegen
Erde ab. Es gibt Ausführungen ab 90 bis ca. 4500 Volt
Zündspannung. Solche Überspannungsableiter werden zum
Beispiel im
Fernmeldebereich eingesetzt als Leitungs- und Geräteschutz
eingesetzt.
Solche Überspannungsableiter haben den Vorteil der
Kapazitätsarmut. Es gibt sie auch mit einer Zusatzbeschaltung von
Suppressordioden die den sogenannten Feinschutz übernehmen. Ihre
Reaktionszeit ist schneller als die Gasentladung, hat aber den Nachteil
der höheren Eigenkapazität.
Für den Betrieb an der Antenne sollten
Überspannungsableiter ohne die häufig dort
eingebauten
Transsorb-oder Supressordioden benutzt werden. Im anderen Falle führen
diese
einen hochohmigen Schluß herbei der die Hochfrequenz zur Erde ableitet.
Blitzschutz
Vor einem Einschlag eines Blitzes in die Antenne oder das Wohnhaus kann
man sich kaum Schützen. Lediglich die Auswirkungen lassen sich
durch eine geeignete Blitzschutzanlage vermindern. Solche Anlagen
bestehen aus einer Vielzahl von Fangeinrichtungen wie Fangstangen,
Seile und die Erdung aller Leitfähigen metallischen Teile. Diese
übernehmen die Ableitung der Überspannung an die Erde. Solche
Anlagen sollten von Fachleuten erstellt werden.
Zündkerze als Überspannungsschutz
Manche Amateure benutzen Zündkerzen als
Überspannungsableiter. Besonders beliebt beim Betrieb von Amateursendern.
Überspannungen werden als Überschlag an der Elektrode
gegen Erde abgeleitet. Die Wirksamkeit hängt wohl in erster
Linie vom Elektrodenabstand ab.
Trotz Überspannungsableiter
sollte man
die unbenutzte Antenne stets erden.
