Audion-Empfänger
Selbstbau-Einkreiser mit Batterieröhren

Röhrenempfänger zu bauen bedeutete meist
Netzteile zu bauen und mit hohen Gleichspannungen zu
hantieren. Dieses ist nicht ungefährlich und ohne fundierte
Fachkenntnisse der Elektrotechnik nicht zu empfehlen.
Hier jedoch wird der Betrieb von Röhrenempfängern mit
niedrigen Gleichspannungen beschrieben. Nicht nur spezielle
Batterieröhren gestatten die Verwendung von Anodenspannungen
unter 90 Volt. Auch andere Elektronenröhren eignen sich
für den Betrieb mit niedrieger Anodengleichspannung. Die
Spannung kann hierbei je nach Röhre ab 12Volt betragen. Je
nach Einstellung des Betriebspunktes auf der Kennlinie sind hierbei
gute Verstärungsergebnisse zu erziehlen.
Inzwischen sind hierzu viele Bauanleitungen und Beispiele im Netz
veröffentlicht worden.
Die Schaltung
Die von mir verwendete Schaltung zeigt die nachfolgende Abbildung. Es
kommen hierbei Röhren zur Anwendung die ich noch in meiner
Bastelkiste vorfand. Für die Versorgung mit Heizspannung und
Anodenspannung kommen bei mir Steckernetzteile bzw. ein Labornetzteil
zur verwendung. Es ist jedoch auch möglich aus mehreren
Batterien eine Anoden

stromversorgung
aufzubauen.
Der Empfänger ist als Experimentiergerät mit
auswechselbaren Spulen ausgeführt. Damit ist es
möglich sowohl die Mittelwelle als auch die Kuzwelle zu
empfangen. Im Kurzwellenbereich ist auch der dort angesiedelte
Amateurfunk zu empfangen. Als Besonderheit des
Audions ist hierbei
die Möglichkeit des Empfangs von
Einseitenband ,
SSB Sendern
zu erwähnen.

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Aufbau
das Chassis des Empfängers ist aus Aluminiumblech hergestellt.
Es trägt die Bauelemente wie Drehkondensator,
Spulenkörper und Röhrensockel.
Eine aus isolierende Kunststoff hergestellte Frontplatte
nimmt die Bedienelemente wie den Rückkopplungsregler, die
Empfangsskala, den Kopfhöreranschluß und den Antrieb
für das Seilrad des Drehkondensators auf. Telefonbuchsen
für Antennen- und Erdanschluß sind
rückwärtig angebracht.
Das Seilrad dient zur Unterstützung einer feinen Abstimmung
durch Untersetzung des Drehkondensators und stammt aus einem alten
Radioempfänger.
Unterhalb der Aluminiummontageplatte ist die Verdrahtung auf
möglichst kurzem Weg erfolgt. Einzelne Bauelemente sind dabei
auf Lötösenleisten untergebracht.

Kopfhörerwiedergabe
Die Schaltung verzichtet auf einen Ausgangsübertrager und
koppelt die NF-Frequenzen über einen Kondensator zum Kopfhörer aus.
Der Kopfhörer muß hierfür
möglichst hochohmigen (2000Ohm) sein. Ein
Lautstärkeregler kann entfallen. Im Falle zu lautem Empfangs
kann man die Rückkopplung etwas zurücknehmen um
dadurch die Lautstärke zu reduzieren.
Eine Auskopplung über einen Kondensator und
anschließende Wiedergabe mit einem preiswerten PC-Soundsystem
wäre ebenfalls denkbar.
Antenne und Empfangsleistung
Die Empfangsleistung, erzielt an einer 20m langen Drahtantenne, ist
erstaunlich gut. Allerdings ist eine Anpassung der Antenne
über verschiedene Kondensatoren mit unterschiedlichen
Kapazitäten erforderlich. Besonders am Abend sind die
Empfangsverhältnisse besonders gut und erfordern eine
Anpassung an die Antenne.
Genauso wichtig ist ein guter Erdanschluss. Ohne Erdeanschluss ist das
Gerät empfindlich gegen Handkapazität und nicht so
leistungsfähig.
Rückkopplung
Von einer weich einsetzenden und gut einstellbaren
Rückkopplung hängt hauptsächlich die
Empfangsleistung und die Handhabbarkeit der Stationseinstellung ab. Um
dieses zu erreichen muß man mit dem Abstand und der
Windungszahl der Rückkopplungsspule etwas zu probieren.
Abschließend kann man sagen es ist erstaunlich was dieser
kleine Empfänger in der Lage ist zu leisten.