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Detektorempfänger 


Hinweise zum Selbstbau 


DetektorempfängerSchaltplan Detektor

 Der einfache Detektorempfänger besteht aus einer Spule, einem Drehkondensator und einer Diode. Spule und Drehkondensator bilden den Empfangsschwingkreis. Windungszahl, Drahtdurchmesser, Art des Spulendrahtes, Durchmesser des Spulenkörpers und die Anordnung (Abstand der Windungen voneinander) bestimmen zusammen mit dem parallel geschalteten Drehkondensator die Empfangsfrequenz.
Zur genauen Bestimmung dieser Frequenz gibt es einige Webseiten mit Spulenrechnern die Sie unter den Links finden.  Die Diode übernimmt anstelle des früher üblichen Germaniumkistalls die Demodulation und Gleichrichtung zur Widergabe im Kopfhörer.


Spule und Spulenkörper

Zur Herstellung meiner Spulen verwende ich je nach Empfangsbereich

SpinnennetzspuleSpinnennetzspule aus Volldraht

Zylinderspulenkörper oder Spinnennetzspulenkörper. Für alle Spulenkörper gilt: gute Isolier- und Hochfrequenzeigenschaften sind Garantie für guten und lautstarken Empfang.
Gut geeignet sind Kunstoffe wie z.b. das preiswerte Polystyrol. Auch Papprollen sind geeignet, jedoch sollen sie trocken und mit einem Klarlackanstrich gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt werden.
Als Zylinderspulenkörper kann sehr gut das Kunststoffpanzerrohr aus dem Elektroinstallationsbedarf verwendet werden. Diese Rohre sind in verschiedenen Durchmessern bis 60mm erhältlich.
Für Spulen größerer Durchmesser kann man auch die sogenannten HT-Rohre (grau) für Abwassersysteme benutzen.
Eine Vorlage für den Spinnennetzspulenkörper finden sie unter dem Download-Link. Als Material zur Herstellung des Spinnennetzspulenkörpers verwende ich Reste von Polystyroltafeln (2-4mm stark) zur Herstellung von Schildern. Diese sind bei den Werbe- und Grafikfirmen erhältlich. Auch alte CDs sind nach Entfernen der metallischen Beschichtung, ebenfalls gut geeignet.
Eine Vorlage zur Herstellung eines Spinnennetzspulenkörpers kann man auf der Downloadseite herunterladen.
Für Testzwecke sollte man die Spule auswechselbar oder als Steckspule ausführen. So hat man die Möglichkeit Korrekturen vorzunehmen oder verschiedene Frequenzbereiche durch einstecken einer anderen Spule zu wählen.

Qualität der Spule

Entscheident für die Empfindlichkeit des Empfängers ist die Qualität der Spule, auch als Güte bezeichnet.

SpinnennetzspuleSpinnennetzspule aus Litzendraht

Für den Anfang kann man eine Spule aus Volldraht, sogenanntem Y-Draht oder auch Klingeldraht genannt, herstellen. Die abgebildete Spule oben, wurde aus solchem Material erstellt. Erheblich besser sind Spulen aus Litzendraht. Litzendraht besteht aus vielen dünnen Kupfereinzeldrähten die miteinander verdrillt wurden und zur Isolation mit Textilseide umwickelt sind. Solche Litze  ist in verschiedenen Qualitäten erhältlich. Hierbei gilt je mehr Einzeladern (bis 600) und je dünner diese Adern, desto besser (und teurer) die Spule.

Mit einer aus solchem Litzendraht hergestellten Spule, sind die Spitzengeräte für den Fernempfang fast immer hergestellt. Die Güte einer Spule hängt in erster Linie von der Drahtsorte und dem Material des gewählten Spulenkörpers ab.
Sinn einer Spinnennetzspule ist es, das alle Windungen einen möglichst gleichen Abstand voneinander haben. Sorgfältiges Wickeln ist also ganz besonders wichtig.

Windungszahl und Empfangsfrequenz

Hier meine Spulendaten für den Mittelwellenbereich (Spinnennetzspulenkörper). Angaben zur Induktivität kann ich nicht machen, da ich kein Induktivitätsmeßgerät besitze.
    Spulen-Außen-
durchmesser mm
Innen-
durchmesser
mm
Anzahl der
Windungen
 Draht-
durchmesser
mm
Frequenz
Band
KHz
Antennenspule 16,5 60 33 520 -
Detektorspule 19,6 60 41 1600

Drehkondensatoren 

Für meine Detektorempfänger wähle ich Luftdrehkondensatoren mit keramischer Isolation.

Luftdrehkondensator

Luftdrehkondensator

Dies
sind aus alten Röhrenradios häufig noch über Internetauktionen zu bekommen. Ander Bezugsquellen finden sie auf meiner Linkseite.
Welche Drehkondensatoren zum Einsatz kommen, darüber entscheidet letztlich wieder der gewünschte Empfangsbereich. Für Mittelwelle verwende ich Drehkondensatoren mit einer Kapazität von 30 bis 500pF. Es lassen sich jedoch auch andere Kapazitäten bei Änderung der Spulendaten verwenden. Hierzu verweise ich auf die verschiedenen Spulenrechner im Internet. 
Neben dieser mechanischen Bandspreizung kann auch eine "elektrische", durch Parallelschaltung eines weiteren Kondensators, erfolgen. Zu diesem Zweck lassen sich gut Doppeldrehkondensatoren verwenden.
Die Kapazitätsänderung des Drehkondensators über den 180 Grad Schwenkweg des Rotors kann direkt über die Achse erfolgen oder aber zur besseren Abstimmung über ein eingebautes Getriebe.
Für unsere Zwecke, dem Detektorempfängerbau, sind Drehkondensatoren ohne Getriebe vorzuziehen. In unserem Fall wird dann der Drehkondensator mit einem externen 1:6 Feintrieb (Untersetzung) versehen. Dies gestattet den Einsatz einer Rundskala mit entsprechender Skalierung. Die mit eingebauter Untersetzung versehen Drehkos lassen keine vernünftige Skaleneinteilung einer Rundskala zu, denn sie überlaufen jeweils die 360 Grad der Skala.
Neben dem Feintrieb läßt sich auch ein Seilrad mit Skala verwenden. Hierbei erfolgt der Antrieb über eine Reibachse mit dem Drehknopf über die das Seil geführt wird. Der Durchmesser des Seirades bestimmt dann die Übersetzung. Nur mit einer Übersetzung ist gewärleistet das die Sender sauber voneinander getrennt werden können. Eine am Drehkondensator auf der Frontplatte angebrachte Skala ermöglicht die Orientierung und das wiederfinden von Sendestationen.
Für meine Geräte verwende ich CDs die mit einer mittels Grafikprogramm hergestellten Skala beklebt wurden.

GermaniumdiodeDiode  auswechselbar angebracht

Die richtige Diode 

Entscheident für die Funktion des Detektorempfängers

Kopfhörer



Alterhochohmiger Kopfhörer, Marke IDEAL

ist die Wahl der richtigen Diode. Die Diode entscheidet darüber wie empfindlich der Empfänger ist. Kleinste Spannungen die sie vom Schwinkreis bezieht soll sie gleichrichten und dem Kopfhörer zuführen. Als geeignete Dioden kommen besonders die Germaniumdiode zum Einsatz. Um hier probieren zu können, sollte man die Diode auswechselbar gestallten. Unter den Detektor-Puristen haben sich bestimmte Typen von Dioden als besonders geeignet herausgestellt. Auch hierzu gibt viele  Beiträge im Internet, die ich auf meiner Linkseite vorstelle. 
Für meine Detektorversuche habe ich mit gutem Erfolg folgende Dioden verwendet: OA95, OA85, AA119 und die AAZ115. Von Dick Kleijer bezog ich die NYS216 und die 5082-2835. Die AAZ115 ist immer noch mein Favorit.  Besonders gut soll auch die 1N34 geeignet sein.

Der richtige Kopfhörer 

Die Wahl des Kopfhörers ist entscheident für die Funktion und Empfindlichkeit des Detektorempfängers. In erster Linie gilt es einen möglichst hochohmigen Kopfhörer zu verwenden. Grund ist hierfür die Anpassung an Detektor. Ein niederohmiger Kopfhörer würde den Empfänger sozusagen kurzschließen und wenn überhaupt, nur lautstarke Stationen zu Gehör bringen. Ein richtig angepaßter Hörer gibt auch noch Stationen wieder die im anderen Falle niemals zu hören wären.
Dennoch gibt es Maßnahmen und Möglichkeiten zur Anpassung niederohmiger (32 Ohm) Kopfhörer an den Detektor. Hier kommen dann Übertrager (Transformatoren) zum Einsatz. Für den  Bau eines Kopfhörers und eines Audiomoduls zur Anpassung eines niederohmigen Hörer (300 Ohm) finden sie hier ein Beispiel.
Geeignete Kopfhörer haben einen Widerstand von 2000 bis 4000 Ohm. Solche Kopfhörer sind heute nur noch aus dem Antiquariat zu beschaffen. Die Internetauktionen bieten hier noch Möglichkeiten der Beschaffung. Weitere Möglichkeiten sind hier beschrieben.

Aufbau und Gehäuse 

Welches Gehäuse man wählt, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Allerdings sollten für den Aufbau einige Regeln beachtet werden. Historische Geräte waren meist aus Holz oder Bakelit, sozusagen der Vorläufer der modernen Kunststoffe. Holz ist auch heute noch ein geeigneter Werkstoff neben dem modernen Kunstoff wie zum Beispiel Polystyrol. Beide Werkstoffe sind leicht zu bearbeiten und durch Kleben oder Leimen leicht zusammen zufügen.
Blechgehäuse haben wegen ihrer metallischen Wirkung Auswikung auf die Schwingkreiskapazität und dieses muß beim Ein- und Aufbau eines Detektorempfängers berücksichtigt werden. Andererseits werden hierdurch Handkapazitäten, also die Freuequenänderung bei Annäherung der Hand, abgeschirmt.
Für die ersten Versuche ist ein offener Aufbau auf einem Holzbrettchen gut geeignet. Solche Versuchsaufbauten werden von den Amateuren auch Breadboard genannt. Offener Aufbau hat den Vorteil der leichten Zugänglichkeit für Änderungen im Aufbau.
Für meinen DX-Detektorempfänger, zu sehen im folgenden Beitrag, habe ich auch den offenen Aufbau gewäht.
Für alle Aufbauten gilt grundsätzlich:
  1. Anordnung von Spule und Drehkondensator möglichst dicht beieinander
  2. Kurze Leitungswege mit nicht zu dünnem Draht
  3. Vermeidung von Handkapazität durch geeignete Entfernung des Schwingkreises von den Bedienelementen
  4. bei geschossenem Gehäuse : Skalen für den Drehkondensator
  5. Untersetzung des Drehkondensators durch einen Feintrieb (wenn nicht schon vorhanden)
Alle Bedienelemente wie Antennen- und Erdanschluss, Kopfhöreranschluss und Drehknöpfe für die Frequenzeinstellung sollten an der Frontseite des Gerätes angebracht sein. Abweichung hiervon sind durchaus möglich und eine Sache des persönlichen Geschmacks. Viele Beispiele finden Sie auf den von mir gelinkten Webseiten.
Drehknöpfe sollten nicht zu klein im Durchmesser sein. Keine Regel ohne Ausnahme. Ich persönlich liebe große Drehknöpfe. Schlussendlich gehören zum Gehäuse oder dem Montagebrett Filzgleiter oder Gummifüße um sicheren Stand zu gewärleisten und um den Tisch nicht zu verkratzen.